Jahresfotoausstellung 2020

Vom 16. Juli bis 25. September 2020 findet im 1. und 2. Stock des Rathauses in Bad Segeberg wieder unsere jährliche Fotoausstellung statt. Zu sehen sind ca. 50 Bilder, sowie eine Videoschau mit Arbeiten aller unserer Mitglieder.

Achtung: Aus Coronagründen leider nur Mo. – Fr. 8 – 12 Uhr, Donnerstags auch von 14 – bis – 17 Uhr.


Artikel der Segeberger Zeitung – Lokales Segeberg vom 21. Juli 2020 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion
Von Frederike Kramer

Bad Segeberg. Im ersten und zweiten Stockwerk des Rathauses präsentieren 14 Hobby-Fotografen des Fototeams Segeberg ihre neuesten Werke unter dem Titel „Formen – Vielfalt im Überfluss“. Das Fototeam Segeberg entstand einst aus einer Fotogruppe der Volkshochschule Bad Segeberg; 1974 von Werner Hachmann gegründet, der sie über 25 Jahre leitete. Jetzt hat die Segebergerin Monika Iburg den Vorsitz übernommen. Momentan gibt es 16 Mitglieder, von denen einige im Deutschen Verband für Fotografie (DVF) organisiert sind. Sie fotografieren ausschließlich digital.

Bürgermeister Dieter Schönfeld eröffnete die Ausstellung im Verwaltungsbau an der Lübecker Straße 9 und betonte, dass er auch in den nächsten Jahren auf weitere wunderschöne Fotos des Teams hoffe. Bisher gab es eine jährliche Schau im Rathaus oder im Kreishaus. Etwa 50 Bilder, farbig, schwarz-weiß, die meisten im Format 40 mal 60 Zentimeter, werden dieses Mal gezeigt und wurden von den etwa vierzig Gästen bewundert.

Die Spannbreite der Motive ist groß und reicht von Architektur mit grafisch gemusterter Vielfalt auf Wänden und Böden, bunten Spitzgiebeln und Dächern, Bahnsteigen in leuchtenden Farben bis hin zu riesigen Bauten mit symmetrischen Betonträgern wie beim Bild „Gigantonomie“ von Werner Stolle. Auf einem fesselnden Foto sieht man ein schneckenförmig gewundenes Treppenhaus. Klaus Kock nannte es nach dem Mathematiker Leonardo Fibonacci, der durch seine goldene Spirale (der Goldene Schnitt) berühmt wurde.

Das Bild „Büste Gobi“ von Monika Iburg wirkt wie ein Relief und verleitet zum Berühren. „Das sind die gerundeten Sanddünen im Norden von Jütland“, erklärt sie.

Aber auch ganz schlichte Dinge fallen ins Auge: Ines Wowros fotografierte einen altmodisch-angerosteten Türgriff und gab dem Bild den Titel „von gestern“, Verdrehte oder gespiegelte Perspektiven, verwischte Baumstämme, Pflanzliches wie Mohnkapseln und Gerstengarben sowie Tierisches wie die Wasserringe bildenden Vögel im grünlich-schimmernden Teich faszinieren.

Im ersten Stockwerk sind zwei alte Fensterrahmen aufgestellt, in die jeweils ein Foto montiert ist. Es macht den Eindruck, als schaue man direkt durch ein Fenster auf ein Wasser umspieltes Meeresufer. Da wurde von Norbert Wilm über das Medium der reinen Fotografie hinaus gedacht, indem andere Materialien mit einbezogen wurden.

Es ist erstaunlich, was die jeweiligen Fotografen alles entdeckt haben und kreativ ablichteten eine keimende Kartoffel sieht da wie ein frühzeitlicher Käfer aus — toll gesehen von Andreas Urbschat. Ruth Severin, die Vorsitzende des Segeberger Naturschutzbundes (NABU), ist natürlich die Spezialistin für Florales. Bezaubernd sind ihre durch Makro-Fotografie hervorgehobenen kleinen Knospen des Pohlmooses oder die wie kleine Gießkannen aussehenden Blüten der gefleckten Taubnessel.

Jörn-Peter Dau sieht viele grafische Details in bunten Steinen oder in dem grandiosen Bild der Stufen eines antiken Amphitheaters im südfranzösischen Vaison-la-Romaine. Genau im Moment, wo er auf den Auslöser drückte, geht eine junge Frau in rotem Pulli — ein toller Farbklecks — die Stufen hinunter!

Stefan Hillgrubers „Gemälde“ sind drei transparente Ausschnitte von Aktfotos. „Meine Bilder habe ich in der Nachbearbeitung stark aufgehellt, einmal um den Betrachter neugierig zu machen, um ihn aber auch zu motivieren, genau hinzuschauen. Damit soll die Zartheit der Körperformen betont werden. Ich habe absichtlich keine „Model-Kurven“ fotografiert, weil einem ja derartige Bilder in der Werbung an jeder Straßenecke entgegen springen, es sollte ja authentisch sein“, sagt er.

Eine ältere Betrachterin meinte, dass ihr diese Interpretation gefalle, weil wir uns ja jeden Tag so im Spiegel sähen.

Die sehenswerte Ausstellung läuft bis zum 25. September. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr.


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Dausi

Seit 1.7.2020 Mitglied, Privatier, Hobby - u.a. Fotografie